Beschreibung
Schlammtherapie

Die heilsamen Eigenschaften des Limanschlamms sind seit dem Altertum bekannt. Alte Hochkulturen wie Ägypten, Rom, Griechenland und Indien nutzten den Schlamm zur Linderung unterschiedlichster gesundheitlicher Beschwerden. Der Schlamm besitzt eine komplexe physikalisch-chemische Zusammensetzung. In Verbindung mit seinen elektrothermischen Eigenschaften wirkt er sich positiv auf die Gesundheit aus.
Der Limanschlamm der Stadt Pomorie wird aus dem Pomorie-See gewonnen. Dieser entstand nach einem verheerenden Erdbeben im Jahr 740 v. Chr. Der Schlamm im Pomorie-See ist dickflüssig und von schwarzer Farbe. Über Jahrtausende hinweg entstanden, besitzt er eine besondere chemische Zusammensetzung und ist reich an Schwefel und Eisen. Der Heilschlamm aus Pomorie ist einzigartig und unterscheidet sich deutlich von anderen Limanschlamm-Vorkommen weltweit.
Die Ursprünge der Schlammtherapie in Pomorie
Der Limanschlamm aus Pomorie wurde 1905 von Dr. Petar Stoyanov wiederentdeckt. Über mehrere Jahre hinweg erforschte er dessen heilsame Eigenschaften. In der Folge entstand ein Schlammheilbad, und die Stadt Pomorie etablierte sich als nationaler Kurort für Meeres- und Schlammtherapie.
Wobei hilft sie?
Heute werden die Anwendungen mit Limanschlamm aus Pomorie in zwei Hauptformen praktiziert – als Schlammtherapie und als Luga-Therapie. Für die Gewinnung von Schlamm und Luga sind spezielle Technik und Aufbereitungsverfahren erforderlich. Je nach Anwendung werden bei der Durchführung mitunter besondere Geräte benötigt.
Die Schlammtherapie wird angewendet bei
- Beschwerden des Bewegungsapparats – sämtliche arthrotischen Erkrankungen, Rückenschmerzen, Osteochondrose (Knochensporne).
- Beschwerden des peripheren und zentralen Nervensystems – Bandscheibenerkrankungen, Plexitis, Periarthritis.
- Hautprobleme – Ekzeme, Hautgeschwüre, Sklerodermie und Psoriasis.
- Beschwerden des weiblichen und männlichen Geschlechtsapparats – gynäkologische Erkrankungen und Unfruchtbarkeit.
- Beschwerden der Atemwege – Bronchitis, Sinusitis.
Die Luga-Therapie wird ebenfalls bei Beschwerden des Bewegungsapparats, der oberen Atemwege, der weiblichen Geschlechtsorgane, der Nieren, der Harnwege u. a. angewendet. Es ist erwiesen, dass Anwendungen mit Schlamm und Luga die Immunabwehr stärken, das Geschlechtssystem anregen und viele weitere Funktionen des menschlichen Organismus unterstützen. Die entzündungshemmende, gefäßerweiternde, antibiotische und muskelentspannende Wirkung der Luga aus Pomorie und des Limanschlamms ist nachgewiesen.
Methoden der Schlammtherapie
Der Heilschlamm aus Pomorie wird in Form von Schlammpackungen und Schlammbädern angewendet.
Die Schlammpackung
Die Packungen werden am ganzen Körper oder nur an einzelnen Partien angewendet. Sie erfolgen auf einer speziellen wannenförmigen Liege, die mit Folie und einem Segeltuchlaken ausgelegt ist. Der erwärmte Schlamm wird aufgetragen und der Körper in einer 1–2 cm dicken Schicht damit bestrichen, anschließend wird er warm eingehüllt. Nach Abschluss der Anwendung wird der Körper unter der Dusche abgewaschen; für mindestens zwei Stunden sollte kein weiteres Bad genommen werden.
- Temperatur: 38-42 Co
- Dauer: 20 Min.
- Behandlungskur: 10-14 Bäder
Schlammbäder
Dies ist eine häufig praktizierte Methode. Sie erfolgt in einer Wanne, die mit Limanschlamm gefüllt ist, der mit Meerwasser und Luga aus dem Schwarzen Meer verdünnt wurde. Die Haut nimmt dabei mehr der löslichen chemischen Substanzen aus dem gelösten Schlamm auf als bei der Methode der Schlammpackungen.
- Temperatur: 38 Co
- Dauer: 20 Min.
- Behandlungskur: 12-14 Bäder
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